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Ansprechpartnerin

Marita Gerwin

Marita Gerwin

Tel.:
02932 / 201-2207

Die Geschichte ...

Weitere Ansprechpartner

Kindertagesstätte
"Entenhausen"

Ursula Hüser
Lindenstraße 33a
59759 Arnsberg-Bruchhausen
Tel. 02932-34006

Schwarzlichttheater "Die kleine Raupe Nimmersatt"

Foto Jochem Ottersbach

Seit 40 Jahren ist die Raupe Nimmersatt von Eric Carle schon fester Bestandteil der meisten Kinderzimmer und wird nimmer satt, bereits Generationen zu erfreuen. Während viele Kinder das Buch kennen, konnten sie im Kulturzentrum Neheim die Geschichten der Raupe im wahrsten Sinne des Wortes in einem anderen Licht sehen, nämlich als Schwarzlichtaufführung. Wie in einer verzauberten Märchenwelt schwebten Schmetterlinge, Insekten, Wolken, Sonne und Mond und auch die Raupe selbst über und durch die Blumen eines Gartens, die aus völliger Dunkelheit in grellen Farben heraus leuchteten. Ihr strahlendes Leben erzeugten Lichtquellen, die den Zuschauern selbst unsichtbar blieben und erst beim Auftreffen auf die Gegenstände die bunte, strahlende Vielfalt hervor zauberten. Da die Akteure, die sie auf der Bühne bewegten völlig schwarz waren, konnte man sie nur erahnen, aber nicht sehen. Es waren immerhin bis zu 50 Personen mit einer Altersspanne zwischen 3 und 88 Jahren, die unsichtbar auf der Bühne agierten.

 

Gelungene Kooperation zwischen Kita und Senioren

Die Idee zu diesem zauberhaften Schauspiel hatte die Bruchhausener Kindertagesstätte „Entenhausen“, die in der Fachstelle „Zukunft Alter“ der Stadt Arnsberg einen engagierten Partner gefunden fand. Nachdem zum dritten mal 600 Zuschauer dieses farbenprächtig leuchtende Spiel mit Tanz und Musik mit viel Applaus bedacht hatten, legte sich auch die Aufregung und Anspannung der agierenden Truppe. Die 8jährige Lea war zum ersten Mal dabei und musste eine Wolke über die dunkle Bühne tragen. Auch Jan, 6 Jahre alt, fand sich im Dunkeln gut zurecht, nur das Hochhalten seines Schmetterlings sei etwas anstrengend gewesen. Beide würden gerne weiter mitmachen, weil es sehr viel Spaß gemacht habe. Die 5jährige Greta war stolz darauf, mit anderen kleinen Mädchen in elfenhaften Kostümen, selbst in bunten Farben strahlend, durch den leuchtenden Garten zu tanzen. Auch der älteste der Truppe, Hans Ehl mit 88 Jahren, springt gerne in verschiedene Rollen, wenn seine Hilfe während des Spiels gebraucht wird.

Vielfältige Erfahrungen werden gemacht

Nicht nur die Kleinen und ganz kleinen Zuschauer hatten ihre Freude an dem Spiel. Ludger Feldman z. B., der mit seiner Enkelin Chiora die Aufführung besuchte, fand es spitze und fand bewundernde Worte für "die Liebe und die aufwendige Arbeit, um so etwas auf die Beine zu stellen." Seine 6jährige Enkelin kannte die Raupe Nimmersatt natürlich aus den Büchern, fand es aber noch schöner, ihre Abenteuer in Schwarzlicht zu verfolgen. Für die Leiterin der beteiligten Kindertagesstätte, Ursula Hüser, hat das Schwarzlichttheater eine ganz besondere Bedeutung. Noch rabenschwarz im Gesicht erläutert sie, dass die Bewegungen im Dunkeln aus dem Kopf heraus erfolgen müssten, weil man sich nicht auf durch Erfahrung gesammelte Schrittabläufe verlassen könne. Diese ungewohnten Bewegungserfahrungen riefen ein neues und intensives Körpergefühl hervor, gleichsam ein hoch sensibles Sicherheitstraining sowohl für junge als auch für alte Menschen. Außerdem sei das Schwarzlichttheater nahezu frei von Rampenlichtängsten und Hemmungen, denn eventuell auftretende Fehler etwa durch Stolpern werden von den Zuschauern nicht wahrgenommen. Letztlich war es der Hauptorganisatorin Marita Gerwin ein Anliegen, Schülern der Ruth-Cohn-Schule zu danken, die spontan einsprangen, als das riesige Interesse an der Aufführung verstärkte Hilfseinsätze bei der Organisation erforderte. Den Schülern Tobias Opitz und Hendrik Gerlach hat dies Spaß gemacht: "Wir würden das immer wieder gerne machen, denn helfen sollte man immer, wenn Hilfe gebraucht wird."

Aufregung und Lampenfieber sind vergessen

600 große und kleine Leute lassen sich entführen in die faszinierende Welt des Schwarzlicht-Theaters. 50 große und kleine Schauspieler überzeugen das begeisterte Publikum. Bis auf den letzten Platz gefüllt ist das Kulturzentrum Berliner Platz. Die Kindertagesstätte "Entenhausen" in Arnsberg-Bruchhausen und die Paten und Patinnen der Städt. Fachstelle Zukunft Alter faszinierten die Zuschauer mit ihrer Kreativität und dem Mut zum Experiment zwischen den Generationen. Aufregung und Lampenfieber bei Jung und Alt sind vergessen. Schmetterlinge auf der schwarzen Bühne. Und im Bauch der fünfzig Schauspieler zwischen 3 bis 84 Jahren. Farbenpracht - ein Fest für die Sinne. Ein Augenschmaus mit Musik, Tanz, Dramatik, Spannung - einmalig! Im Publikum – Szenenapplaus, lachen, weinen, gerührt sein. Die Zuschauer- entrückt in eine andere Welt. Ein Erlebnis, dass sicher niemand vergisst. Eine Stunde - großes Theater in Arnsberg. Ein Generationen-Dialog par excellence!

Und sie macht sich auf den Weg - ein Bericht von Marita Gerwin

"Oh, was ist das klein hier, ich dachte das sei viel größer, so wie im Fernsehen!", staunt der 5-jährige Jakob, als er zusammen mit dem Paten Uwe im Tonstudio steht, um die Sprecherrolle für das Schwarzlichttheater „Die kleine Raupe Nimmersatt“ einzuspielen. Er hat seinen Text auswendig gelernt – denn lesen kann er ja noch nicht. Geheimnisvoll flüstert er ins Mikrophon „Eines Nachts im Mondschein lag auf einem Blatt ein kleines Ei. Und als die Sonne aufgeht, schlüpfte – knack … knack … knack – aus dem Ei eine kleine hungrige Raupe. Uwe mit seiner sonoren Stimme übernimmt: „Sie machte sich auf den Weg, um Futter zu suchen. Am ersten Tag fraß sie sich durch einen Apfel...“, bis zum Schuss der Geschichte Jakob mitfühlend und mitleidend feststellt: “An diesem Abend hatte sie fürchterliche Bauchschmerzen!“ Perfekt. Die Tonaufnahmen sind im Kasten. Es hat reibungslos geklappt. Schön! Die Premiere im Kulturzentrum steht unmittelbar vor der Tür. Endlich ist es so weit.........